Dach neu decken Kosten 2026: Preise pro m², Dachstuhl, Dämmung & Solarpflicht
Ein Dach neu zu decken kostet 2026 inklusive Abriss, Lattung, Unterspannbahn, neuer Eindeckung und Klempnerarbeiten meist 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter. Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Dachfläche sind das 15.000 bis 30.000 Euro. Mit neuer Dämmung steigen die Kosten auf 250 bis 350 €/m², muss zusätzlich der Dachstuhl erneuert werden, auf 300 bis 450 €/m². Gefördert wird nur der energetische Teil – und in sechs Bundesländern kann die Dachsanierung eine Solarpflicht auslösen.
100–200 €/m²
Neueindeckung komplett
15.000–30.000 €
Einfamilienhaus mit 150 m² Dach
15 %
BAFA-Zuschuss auf die Dämmung
Das Wichtigste in Kürze
- Neueindeckung komplett: 100–200 €/m² (150 m² Dach: 15.000–30.000 €)
- Neueindeckung mit Aufsparrendämmung: 250–350 €/m²
- Komplett neues Dach mit Dachstuhl: 300–450 €/m²
- Förderung: 15 % BAFA-Zuschuss auf die Dämmung (U ≤ 0,14 W/(m²K)); reine Neueindeckung wird nicht gefördert
- Solarpflicht bei Dachsanierung: u. a. in Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und NRW
Was kostet ein neues Dach pro m²?
| Umfang | Kosten pro m² | Enthalten |
|---|---|---|
| Nur Eindeckung tauschen (Material + Verlegung) | 25–120 € | neue Ziegel/Steine, Firste, Ortgang |
| Neueindeckung komplett | 100–200 € | Abriss, Entsorgung, Lattung, Unterspannbahn, Eindeckung, Klempner |
| Neueindeckung mit Aufsparrendämmung | 250–350 € | zusätzlich Dämmung, Dampfbremse, Konterlattung |
| Neues Dach mit Dachstuhl | 300–450 € | zusätzlich neuer Dachstuhl aus Holz |
Gerüst (meist 8–15 €/m² Gerüstfläche) und Entsorgung sind je nach Angebot enthalten oder kommen hinzu. Bei Asbest-Altdächern (Eternitplatten vor 1993) fallen für den Rückbau durch einen Fachbetrieb zusätzlich ca. 20–50 €/m² an.
Kosten nach Deckmaterial
| Material | Material + Verlegung pro m² | Lebensdauer |
|---|---|---|
| Bitumenschindeln | 20–30 € | 20–30 Jahre |
| Betondachstein | 25–40 € | 40–60 Jahre |
| Tondachziegel | 35–55 € | 60–80 Jahre |
| Metall (Stehfalz, Trapezblech) | 50–90 € | 50–70 Jahre |
| Schiefer | 60–120 € | 80–100 Jahre |
Das Deckmaterial macht nur einen Teil der Gesamtkosten aus. Lattung, Unterspannbahn, Anschlüsse an Schornstein und Gauben, Dachrinnen und Gerüst kosten bei jedem Material ähnlich viel.
Was kostet ein neues Dach für ein Einfamilienhaus?
| Dachfläche | Neueindeckung | mit Dämmung | mit neuem Dachstuhl |
|---|---|---|---|
| 100 m² | 10.000–20.000 € | 25.000–35.000 € | 30.000–45.000 € |
| 150 m² | 15.000–30.000 € | 37.500–52.500 € | 45.000–67.500 € |
| 200 m² | 20.000–40.000 € | 50.000–70.000 € | 60.000–90.000 € |
| 300 m² | 30.000–60.000 € | 75.000–105.000 € | 90.000–135.000 € |
Die Dachfläche ist deutlich größer als die Grundfläche des Hauses: Bei einem Satteldach mit 40 Grad Neigung entspricht sie etwa dem 1,3- bis 1,5-Fachen der Grundfläche plus Dachüberstand.
Rechenbeispiel: 150 m² Satteldach mit Aufsparrendämmung
- Neueindeckung mit Tondachziegeln und Aufsparrendämmung: 150 m² × 300 €/m² = 45.000 €
- BAFA ohne iSFP: förderfähig max. 30.000 € × 15 % = 4.500 €
- BAFA mit iSFP: 45.000 € × 15 % + 15.000 € × 5 % = 7.500 € (Obergrenze 60.000 € und Bonus auf den Teil über 30.000 €)
- Alternative Steuerbonus 20 % für Selbstnutzer: 9.000 € über drei Jahre
Bei einer Dachsanierung dieser Größenordnung lohnt sich der individuelle Sanierungsfahrplan also deutlich.
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Was kostet ein neuer Dachstuhl?
Ein neuer Dachstuhl kostet für ein Einfamilienhaus meist 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter Dachfläche zusätzlich zur Eindeckung – bei 150 m² also rund 15.000 bis 30.000 Euro. Meist ist kein kompletter Austausch nötig: Einzelne geschädigte Sparren oder Pfetten lassen sich verstärken oder ersetzen (Aufdopplung), was deutlich günstiger ist. Ein Zimmermann oder Statiker prüft beim Abdecken, ob das Holz von Schädlingen oder Fäulnis befallen ist.
Ein kompletter Neubau des Dachstuhls wird nötig bei großflächigem Schädlingsbefall, verfaultem Holz, einer Änderung der Dachform (etwa zum Ausbau des Dachgeschosses) oder wenn die Statik für eine schwerere Eindeckung oder eine Photovoltaikanlage nicht reicht.
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Sollte ich beim Dachdecken gleich dämmen?
In den meisten Fällen ja. Ist das Dach ohnehin abgedeckt, kostet die Aufsparrendämmung deutlich weniger als zu jedem anderen Zeitpunkt – Gerüst, Abriss und Lattung fallen nur einmal an. Die Dämmung ist zudem der Teil, der gefördert wird:
- BAFA-Zuschuss 15 % auf die Dämmung, wenn das Dach danach einen U-Wert von höchstens 0,14 W/(m²K) erreicht. Notwendige Begleitarbeiten wie die Wiederherstellung der Eindeckung können als Umfeldmaßnahme dazugehören – das prüft der Energieeffizienz-Experte vor dem Antrag.
- iSFP-Bonus: +5 Prozentpunkte nur auf den Kostenanteil über 30.000 € – bei einer Dachsanierung mit Dämmung wird diese Schwelle häufig erreicht.
- Reine Neueindeckung ohne Dämmung: keine BAFA-Förderung, aber Handwerkerbonus nach § 35a EStG (20 % der Arbeitskosten, max. 1.200 € pro Jahr).
Welche Dämmvariante passt, zeigt unser Ratgeber Dachdämmung Kosten. Ist der Dachboden unbeheizt, reicht oft schon die günstigere Dämmung der obersten Geschossdecke.
Dämmpflicht für die oberste Geschossdecke
Nach § 35 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, in Kraft seit 29.07.2026, vorher § 47 GEG) muss eine ungedämmte oberste Geschossdecke über beheizten Räumen einen U-Wert von höchstens 0,24 W/(m²K) erreichen – alternativ kann das Dach gedämmt werden. Ausgenommen sind Eigentümer von Häusern mit bis zu zwei Wohnungen, die bereits vor dem 1. Februar 2002 selbst darin wohnten. Nach einem Eigentümerwechsel hat der neue Eigentümer zwei Jahre Zeit.
Gilt bei der Dachsanierung eine Solarpflicht?
Das regeln die Bundesländer. In mehreren Ländern löst eine grundlegende Dachsanierung eines bestehenden Wohngebäudes eine Pflicht zur Photovoltaik- oder Solarthermieanlage aus (Stand August 2026):
| Bundesland | Pflicht bei Dachsanierung (Wohngebäude) | Seit |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | ja, 60 % der geeigneten Dachfläche | 2023 |
| Berlin | ja, bei wesentlichem Dachumbau | 2023 |
| Bremen | ja, bei Erneuerung der Dachhaut | 2024 |
| Hamburg | ja, bei Erneuerung der Dachhaut | 2024 |
| Niedersachsen | ja, bei umfassender Erneuerung der Dachhaut | 2025 |
| Nordrhein-Westfalen | ja, bei vollständiger Erneuerung der Dachhaut | 2026 |
| Bayern | Soll-Vorschrift ohne Sanktion | 2025 |
| übrige Länder | keine Pflicht für bestehende Wohngebäude | – |
Bundesweit sieht das GModG eine gestaffelte Solarpflicht vor allem für Neubauten und Nichtwohngebäude vor, für bestehende private Wohngebäude aber keine. Ausnahmen gibt es meist bei Unwirtschaftlichkeit, Verschattung oder Denkmalschutz. Fragen Sie vor der Auftragsvergabe beim Bauamt nach – was eine PV-Anlage kostet, steht im Ratgeber Photovoltaik Kosten.
Wie lange dauert eine Dachsanierung?
- Neueindeckung: 1–2 Wochen
- Neueindeckung mit Dämmung: 2–3 Wochen
- Mit neuem Dachstuhl: 4–6 Wochen
Die Arbeiten sind wetterabhängig. Frühjahr und Sommer sind ideal, Dachdecker sind dann aber auch am stärksten ausgelastet – planen Sie 3 bis 6 Monate Vorlauf ein.
Brauche ich eine Baugenehmigung?
Für eine gleichartige Neueindeckung mit gleicher Form und Höhe in der Regel nicht. Eine Genehmigung kann nötig werden bei Änderung von Dachform oder Dachhöhe (auch durch eine dicke Aufsparrendämmung, wenn Abstandsflächen berührt sind), neuen Gauben, einem Dachgeschossausbau oder im Denkmalschutz.
Worauf sollte ich bei Angeboten achten?
- Getrennte Positionen für Abriss, Entsorgung, Lattung, Unterspannbahn, Eindeckung, Dämmung, Klempnerarbeiten und Gerüst
- Einheitspreise für Sparrenreparaturen und Lattungserneuerung – sie werden oft erst nach dem Abdecken fällig
- Hinweis auf Asbest-Prüfung bei Altdächern
- Bei geplanter Förderung: Angebot so formulieren, dass der Experte die U-Wert-Berechnung machen kann
Ja – mit Dämmung
Lohnt sich das?
Wenn Sie ohnehin neu decken, sollten Sie die Dämmung mitmachen: Gerüst und Abdeckung fallen nur einmal an, und nur der energetische Teil wird gefördert. Klären Sie vorher beim Bauamt, ob eine Solarpflicht greift.
Häufige Fragen zur Dachsanierung
Was kostet ein neues Dach pro m²?
Eine komplette Neueindeckung kostet 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter. Mit Aufsparrendämmung sind es 250 bis 350 €/m², mit neuem Dachstuhl 300 bis 450 €/m².
Was kostet es, ein Einfamilienhaus-Dach neu zu decken?
Bei 150 m² Dachfläche etwa 15.000 bis 30.000 Euro für die Neueindeckung, mit Dämmung 37.500 bis 52.500 Euro.
Was kostet ein komplett neues Dach mit Dachstuhl?
Etwa 300 bis 450 Euro pro Quadratmeter, für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Dachfläche also 45.000 bis 67.500 Euro.
Was kostet ein neues Dach mit 300 m²?
Für die Neueindeckung 30.000 bis 60.000 Euro, mit Dämmung 75.000 bis 105.000 Euro.
Wird eine Dachsanierung gefördert?
Gefördert wird die Dämmung mit 15 % BAFA-Zuschuss, wenn der U-Wert höchstens 0,14 W/(m²K) beträgt. Mit iSFP steigt die Obergrenze auf 60.000 € und es gibt 5 Prozentpunkte Bonus auf den Anteil über 30.000 €. Die reine Neueindeckung wird nicht gefördert.
Muss ich bei einer Dachsanierung eine Solaranlage bauen?
In Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und NRW kann eine grundlegende Dachsanierung eine Solarpflicht auslösen. In den übrigen Ländern gilt für bestehende Wohngebäude keine Pflicht.
Quellen
- Zusammenfassung der BEG-Reform 2026, Ökozentrum NRW (Stand 18.08.2026)
- Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), in Kraft seit 29.07.2026, § 35 (oberste Geschossdecke) und § 106 (Solaranlagen)
- Landesbauordnungen und Solargesetze der Bundesländer, Stand August 2026
- Preisspannen: Auswertung veröffentlichter Marktpreise von Dachdecker- und Zimmereibetrieben, Stand Oktober 2026
