Einblasdämmung Kosten 2026: Die günstigste Dämmmethode im Überblick
Eine Einblasdämmung kostet 2026 je nach Bauteil zwischen 15 und 70 Euro pro Quadratmeter – deutlich weniger als ein Wärmedämmverbundsystem mit 120 bis 250 Euro pro Quadratmeter. Möglich ist sie aber nur dort, wo bereits ein Hohlraum vorhanden ist: zweischaliges Mauerwerk, Dachschrägen mit geschlossenen Gefachen oder eine unbewohnte oberste Geschossdecke. Ein Einfamilienhaus lässt sich oft an einem einzigen Arbeitstag dämmen.
Was ist eine Einblasdämmung?
Über kleine Bohrlöcher (meist 2 bis 3 cm Durchmesser) wird loses Dämmmaterial – Zellulose, Mineralwolle-Granulat, Perlite oder EPS-Granulat – unter Druck in einen bestehenden Hohlraum eingeblasen. Nach der Verfüllung werden die Bohrlöcher fachgerecht verschlossen und farblich angepasst, sodass von außen keine Spuren sichtbar bleiben. Das Verfahren funktioniert nur, wenn tatsächlich ein durchgehender Hohlraum vorhanden ist – das lässt ein Fachbetrieb vorab per Endoskop-Kamera prüfen.
Kosten nach Bauteil
| Bauteil | Kosten pro m² (inkl. Montage) | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Zweischaliges Mauerwerk (Kerndämmung) | 25–50 € | Hohlraum mindestens 4–5 cm, meist Baujahre 1920–1980 |
| Oberste Geschossdecke | 20–50 € | Unbewohnter, nicht ausgebauter Dachboden |
| Dachschrägen (Zwischensparren) | 40–70 € | Geschlossene Gefache zwischen den Sparren |
| Flachdach mit belüftetem Hohlraum | 20–65 € | Zugänglicher Hohlraum, intakter Feuchteschutz |
Angebote deutlich unter 25 €/m² für eine Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk sind ein Warnsignal – das sind häufig reine Materialkosten ohne Anfahrt, Endoskopie und fachgerechten Verschluss der Bohrlöcher.
Rechenbeispiel: Einfamilienhaus, 120 m² Außenwand + 80 m² oberste Geschossdecke
- Kerndämmung Außenwand: 120 m² × 35 €/m² = 4.200 €
- Oberste Geschossdecke: 80 m² × 28 €/m² = 2.240 €
- Gesamtkosten: rund 6.440 € inklusive Material, Montage, Endoskopie und Bohrlochverschluss
- BAFA-Förderung mit iSFP (20 %): –1.288 €
- Nettokosten nach Förderung: rund 5.150 €
Welche Dämmstoffe kommen zum Einsatz?
- Zellulose: aus Altpapier, ökologisch, gute Ökobilanz, Standard bei der Kerndämmung
- Mineralwolle-Granulat: nichtbrennbar, gute Wahl bei erhöhten Brandschutzanforderungen
- Perlite: mineralisch, feuchteunempfindlich, für besonders feuchtebelastete Hohlräume
- EPS-Granulat: günstig, wird seltener eingesetzt als die drei genannten Alternativen
Wo liegen die Grenzen der Einblasdämmung?
Die Einblasdämmung erreicht nicht denselben U-Wert wie ein vollflächiges WDVS: Bei der Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk liegt der erreichbare U-Wert typisch bei 0,35 bis 0,50 W/(m²K), während ein WDVS auf 0,20 bis 0,24 W/(m²K) kommt. Für die BAFA-Förderung ist das kein Problem, solange der Wert unter dem jeweils geforderten Grenzwert liegt – für viele Altbauten ist die Verbesserung von einem ungedämmten Zustand auf 0,35–0,50 W/(m²K) trotzdem eine erhebliche Einsparung.
Nicht jedes Haus eignet sich: Ohne durchgehenden, zugänglichen Hohlraum funktioniert das Verfahren nicht. Bei einschaligem Mauerwerk oder vollflächig verfülltem Mauerwerk ohne Luftschicht ist stattdessen ein WDVS oder eine VHF die passende Lösung.
Förderung 2026
Die BAFA fördert die Einblasdämmung mit denselben Sätzen wie andere Dämmmaßnahmen: 15 Prozent Grundförderung, 20 Prozent mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP). Technische Voraussetzung für den höheren Fördersatz bei der Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk: Der eingesetzte Dämmstoff muss eine Wärmeleitfähigkeit von höchstens 0,035 W/(mK) erreichen. Der iSFP darf zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht älter als 15 Jahre sein.
Wie lange dauert eine Einblasdämmung?
Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus ist die eigentliche Einblasarbeit oft innerhalb eines Tages erledigt – inklusive Vorbereitung, Bohren, Einblasen und Verschließen der Löcher. Das macht die Einblasdämmung zur schnellsten Methode unter allen Dämmverfahren an der Gebäudehülle.
Fazit
Wo ein geeigneter Hohlraum vorhanden ist, ist die Einblasdämmung die wirtschaftlichste und schnellste Dämmmaßnahme überhaupt – mit Amortisationszeiten von oft nur 5 bis 10 Jahren. Sie ersetzt aber kein vollwertiges WDVS bei einschaligem Mauerwerk und erreicht nicht dessen U-Wert-Niveau. Vor der Beauftragung sollte ein Fachbetrieb den Hohlraum per Endoskop prüfen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden.
Häufige Fragen
Was kostet eine Einblasdämmung pro Quadratmeter? Je nach Bauteil zwischen 15 und 70 €/m² – am günstigsten bei der obersten Geschossdecke, am teuersten bei Dachschrägen.
Für welche Häuser eignet sich die Einblasdämmung? Für Gebäude mit zweischaligem Mauerwerk und Hohlraum (meist Baujahre 1920–1980), unbewohnte Dachböden oder Dachschrägen mit geschlossenen Gefachen.
Wie erfährt man, ob ein Hohlraum vorhanden ist? Ein Fachbetrieb prüft das per Endoskop-Kamera durch ein kleines Bohrloch, bevor die eigentliche Dämmung beauftragt wird.
Erreicht die Einblasdämmung denselben U-Wert wie ein WDVS? Nein, typisch 0,35–0,50 W/(m²K) gegenüber 0,20–0,24 W/(m²K) bei einem WDVS – für die Förderung reicht das dennoch aus.
Wird die Einblasdämmung von der BAFA gefördert? Ja, mit denselben Sätzen wie andere Dämmmaßnahmen: 15 % Grundförderung, 20 % mit iSFP.
Quellen
- BEG-Förderrichtlinie Einzelmaßnahmen (BEG EM), gültig ab 21.07.2026, BAFA/BMWE
- Herstellerdatenblätter marktüblicher Einblasdämmstoffe (Zellulose, Mineralwolle-Granulat, Perlite)
