Dämmstoffe im Vergleich 2026: EPS, Mineralwolle, Holzfaser, Zellulose & PUR
Den einen besten Dämmstoff gibt es nicht – die richtige Wahl hängt vom Bauteil, vom Budget und von Brand-, Schall- und Hitzeschutz ab. EPS ist der günstigste Standard für die Fassade, Mineralwolle ist nicht brennbar und dämmt Schall am besten, Holzfaser schützt am besten vor Sommerhitze, PUR/PIR braucht die geringste Dicke. Die Förderhöhe hängt nicht vom Material ab, sondern vom erreichten U-Wert.
ab 25 €/m²
Material EPS für U ≤ 0,20
A1
nur Mineralwolle ist nicht brennbar
8–14 Std.
Hitzeschutz mit Holzfaser
Das Wichtigste in Kürze
- Günstigster Dämmstoff: EPS mit ca. 25–45 €/m² Material für eine förderfähige Fassadendämmung
- Nicht brennbar (A1): nur Mineralwolle (Stein- und Glaswolle)
- Bester Hitzeschutz im Sommer: Holzfaser (Phasenverschiebung 8–14 Stunden)
- Dünnster Aufbau: PUR/PIR und Resol mit λ 0,022–0,028 W/(mK)
- Förderung: materialunabhängig 15 % BAFA-Zuschuss, wenn der U-Wert erreicht wird (Außenwand ≤ 0,20, Dach ≤ 0,14 W/(m²K))
Die wichtigsten Dämmstoffe im Vergleich
| Dämmstoff | λ in W/(mK) | Material pro m² (U ≤ 0,20) | Brandklasse | Dicke für U 0,20 | Einsatz |
|---|---|---|---|---|---|
| EPS (Polystyrol) | 0,031–0,038 | 25–45 € | E (als WDVS-System schwerentflammbar) | 14–16 cm | WDVS Fassade |
| XPS | 0,032–0,038 | 40–70 € | E | 14–16 cm | Perimeter, Keller, Sockel |
| Mineralwolle | 0,032–0,040 | 35–60 € | A1 (nicht brennbar) | 14–18 cm | Fassade, Dach, VHF |
| Holzfaser | 0,038–0,050 | 55–95 € | E | 18–22 cm | Dach, Fassade, Innendämmung |
| Zellulose (Einblasen) | 0,038–0,040 | 15–30 € | E | 18–20 cm | Dach, Decke, Holzbau |
| PUR/PIR | 0,022–0,028 | 65–110 € | E bis B | 10–12 cm | Aufsparren, Flachdach, wenig Platz |
Die Dicke ist ein Richtwert für eine typische Bestandswand. Wie viel tatsächlich nötig ist, hängt vom Wandaufbau ab und wird vom Energieeffizienz-Experten berechnet. Materialkosten sind nur ein Teil der Gesamtkosten – Gerüst, Kleber, Armierung und Putz kosten bei jedem Dämmstoff ähnlich viel. Die Gesamtkosten einer Fassadendämmung finden Sie unter Fassadendämmung Kosten.
Welcher Dämmstoff für welches Bauteil?
| Bauteil | Empfehlung | Alternative |
|---|---|---|
| Fassade (WDVS) | EPS | Mineralwolle bei Brandschutz, Holzfaser für Ökobilanz |
| Vorgehängte hinterlüftete Fassade | Mineralwolle | Holzfaser |
| Zweischaliges Mauerwerk (Kerndämmung) | EPS-Granulat, hydrophobe Mineralwolle | Perlite |
| Dach (Zwischensparren) | Mineralwolle, Holzfaser | Zellulose |
| Dach (Aufsparren) | PUR/PIR, Holzfaser | – |
| Oberste Geschossdecke | Zellulose, Mineralwolle | EPS-Platten, Holzfaser |
| Kellerdecke | EPS, Mineralwolle | PUR, Holzwolle-Verbundplatten |
| Flachdach | EPS/PUR-Gefälledämmung | Mineralwolle |
Mehr zu den einzelnen Bauteilen: Einblasdämmung, Dachdämmung, Dachbodendämmung, Kellerdecke dämmen, VHF.
EPS: der Standard fürs WDVS
Expandiertes Polystyrol ist der meistverbaute Dämmstoff in Deutschland: leicht, günstig, einfach zu verarbeiten. Grafitiertes EPS („grau“) erreicht λ 0,031–0,032 W/(mK) und spart so 2–3 cm Dicke. Nachteile sind die fossile Herkunft, die Entsorgung beim Rückbau und der Brandschutz: Bei höheren Gebäuden (Gebäudeklasse 4 und 5) muss ein EPS-WDVS schwerentflammbar ausgeführt werden – mit umlaufenden Brandriegeln aus Mineralwolle. Für typische Einfamilienhäuser gilt diese Pflicht in der Regel nicht.
Mineralwolle: die brandsichere Wahl
Stein- und Glaswolle sind nicht brennbar (Baustoffklasse A1) und in höheren Gebäuden oft vorgeschrieben. Sie dämmen Schall besser als EPS – ein Plus an stark befahrenen Straßen – und sind diffusionsoffen. Nachteile: etwas teurer und bei gleichem U-Wert 1–2 cm dicker als grafitiertes EPS. Bei dauerhafter Durchfeuchtung verliert Mineralwolle an Dämmwirkung, deshalb ist ein sauberer Wetterschutz wichtig.
Holzfaser: bester Hitzeschutz und gute Ökobilanz
Holzfaserdämmplatten bestehen aus Resthölzern und speichern Kohlenstoff. Ihr großer Vorteil ist die hohe Wärmespeicherfähigkeit: Die Mittagshitze kommt mit 8 bis 14 Stunden Verzögerung im Innenraum an, bei EPS sind es nur 4 bis 6 Stunden. Unter dem Dach ist das spürbar. Nachteile: 30–60 % höhere Materialkosten als EPS und mehr Dicke für denselben U-Wert.
PUR/PIR: wenn wenig Platz ist
Polyurethan-Hartschaum erreicht die niedrigsten λ-Werte und damit die dünnsten Aufbauten – ideal für Aufsparrendämmung, Flachdächer, Grenzbebauung oder Dachgauben. Nachteile sind der hohe Preis und die aufwendige Entsorgung.
Zellulose: günstig und ökologisch für Dach und Decke
Zellulose aus Altpapier wird lose eingeblasen und füllt Hohlräume fugenlos. Für Dach, oberste Geschossdecke und Holzbau ist sie eine der günstigsten und ökologischsten Lösungen. Für die Kerndämmung im zweischaligen Mauerwerk ist Zellulose dagegen nicht geeignet, weil sie Feuchtigkeit aufnimmt.
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Beeinflusst der Dämmstoff die Förderung?
Nicht direkt. Die BAFA fördert jeden Dämmstoff mit 15 %, wenn das Bauteil danach die technischen Mindestanforderungen erfüllt:
| Bauteil | Max. U-Wert für die Förderung |
|---|---|
| Außenwand | 0,20 W/(m²K) |
| Kerndämmung | Hohlraum voll verfüllt, λ ≤ 0,035 W/(mK) |
| Schrägdach, oberste Geschossdecke, Flachdach | 0,14 W/(m²K) |
| Kellerdecke | 0,25 W/(m²K) |
Der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten gilt seit dem 21.07.2026 nur noch für den Kostenanteil über 30.000 €. Indirekt spielt das Material doch eine Rolle: Mit einem Dämmstoff mit höherem λ-Wert brauchen Sie mehr Dicke, um denselben U-Wert zu erreichen – das kann bei wenig Platz zur Grundstücksgrenze oder am Dachüberstand entscheidend sein.
Unsere Empfehlung
Welcher Dämmstoff passt?
Für die meisten Fassaden ist EPS die wirtschaftliche Wahl, Mineralwolle bei Brand- und Schallschutz. Unter dem Dach lohnt sich Holzfaser wegen des sommerlichen Hitzeschutzes, für Hohlräume Zellulose oder Granulate.
Häufige Fragen zu Dämmstoffen
Welcher Dämmstoff ist am günstigsten?
Für die Fassade EPS mit etwa 25 bis 45 € Materialkosten pro m² für eine förderfähige Dämmung. Für Dach und Decke ist eingeblasene Zellulose oft noch günstiger.
Welcher Dämmstoff ist nicht brennbar?
Nur Mineralwolle, also Stein- und Glaswolle, erreicht die Baustoffklasse A1. EPS, Holzfaser, Zellulose und PUR sind brennbar.
Welcher Dämmstoff schützt am besten vor Sommerhitze?
Holzfaser. Sie verzögert den Wärmedurchgang um 8 bis 14 Stunden – deutlich mehr als EPS oder Mineralwolle.
Welcher Dämmstoff braucht am wenigsten Platz?
PUR/PIR und Resol-Hartschaum mit Wärmeleitfähigkeiten von 0,022 bis 0,028 W/(mK). Sie erreichen denselben U-Wert mit etwa einem Drittel weniger Dicke als EPS.
Hängt die Förderung vom Dämmstoff ab?
Nein. Die BAFA fördert materialunabhängig mit 15 %, sofern der geforderte U-Wert erreicht wird – zum Beispiel 0,20 W/(m²K) an der Außenwand.
Quellen
- Zusammenfassung der BEG-Reform 2026, Ökozentrum NRW (Stand 18.08.2026)
- BAFA: Bundesförderung für effiziente Gebäude
- DIN EN 13501-1 (Brandverhalten von Bauprodukten), Musterbauordnung
- Herstellerdatenblätter marktüblicher Dämmstoffe (Wärmeleitfähigkeit, Rohdichte)
- Preisspannen: Auswertung veröffentlichter Marktpreise von Händlern und Fachbetrieben, Stand Oktober 2026
