Vorgehängte hinterlüftete Fassade mit Faserzementplatten – Kosten

Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) Kosten 2026: Preise pro m², Holz & Förderung

Eine vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) kostet 2026 inklusive Dämmung, Unterkonstruktion und Bekleidung 150 bis 500 Euro pro Quadratmeter. Der günstigste Einstieg sind Faserzementplatten ab etwa 150 €/m², eine hinterlüftete Holzfassade liegt bei 160 bis 260 €/m², Naturstein und Keramik bei bis zu 500 €/m². Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Fassade sind damit rund 22.000 bis 45.000 Euro realistisch. Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist mit 120 bis 250 €/m² günstiger, hält aber nicht so lange.

150–500 €/m²

inkl. Dämmung und Bekleidung

22.000–45.000 €

Einfamilienhaus mit 150 m² Fassade

40–60 Jahre

Lebensdauer

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten: 150–500 €/m² inkl. Dämmung, Unterkonstruktion und Bekleidung
  • Einfamilienhaus (150 m²): ca. 22.000–45.000 € je nach Material
  • Lebensdauer: 40–60 Jahre, nahezu wartungsfrei
  • Förderung 2026: 15 % BAFA-Zuschuss (U-Wert ≤ 0,20 W/(m²K)), iSFP-Bonus nur auf Kosten über 30.000 €
  • Vorteil gegenüber WDVS: aktive Feuchteabfuhr durch die Luftschicht, freie Materialwahl

Was kostet eine hinterlüftete Fassade pro m²?

Die Kosten hängen vor allem vom Bekleidungsmaterial ab. Die Preise verstehen sich inklusive Dämmung, Unterkonstruktion und Montage, ohne Gerüst:

BekleidungKosten pro m² (komplett)LebensdauerBesonderheit
Faserzementplatten150–220 €40–50 Jahregünstigster Einstieg, viele Farben
Holz (Lärche, Douglasie, Thermoholz)160–260 €30–50 Jahrenatürliche Optik, vergraut, je nach Holz Pflege
HPL-Platten180–280 €40–50 Jahresehr farbstabil, glatte Oberfläche
Metall (Aluminium, Titanzink)200–320 €50+ Jahremodern, sehr langlebig, recyclebar
Naturstein, Keramik, Klinkerriemchen300–500 €60+ Jahrehochwertigste Variante, statische Prüfung nötig

Woraus setzt sich der Preis zusammen?

KostenblockRichtwert pro m²
Unterkonstruktion (Holz oder Aluminium) inkl. Befestigung40–80 €
Dämmung (meist Mineralwolle, 14–20 cm)20–50 €
Bekleidung (Material)40–300 €
Montage, Fensteranschlüsse, Laibungen, Kantteile40–80 €
Gerüst (Fassadenfläche, ca. 4–6 Wochen)8–15 €

Besonders teuer werden Fensterlaibungen, Fensterbänke und Ecken: Hier sind Zuschnitte und Kantteile nötig. Eine Fassade mit vielen Fenstern kostet deshalb pro Quadratmeter mehr als eine geschlossene Giebelwand.

Was kostet eine hinterlüftete Holzfassade?

Eine hinterlüftete Holzfassade kostet mit Dämmung meist 160 bis 260 Euro pro Quadratmeter. Günstig sind Fichte und Kiefer (lasiert oder gestrichen), mittleres Preisniveau haben Lärche und Douglasie, die unbehandelt vergrauen dürfen. Thermoholz und Accoya liegen im oberen Bereich, sind dafür besonders formstabil.

Bei Holz gilt: Konstruktiver Holzschutz (Abstand zum Boden, Tropfkanten, ausreichende Hinterlüftung) ist wichtiger als jeder Anstrich. Gestrichene Holzfassaden brauchen alle 8 bis 15 Jahre einen neuen Anstrich, unbehandelte Lärche nicht. Prüfen Sie außerdem die Brandschutzanforderungen: Bei Gebäuden mit mehr als zwei Geschossen gelten je nach Landesbauordnung Einschränkungen für brennbare Bekleidungen.

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VHF oder WDVS: was ist besser?

KriteriumVHFWDVS
Kosten pro m²150–500 €120–250 €
Lebensdauer40–60 Jahre30–40 Jahre
Feuchteschutzaktiv durch Hinterlüftunggeschlossenes System
Algenanfälligkeitgeringhöher, je nach Putz und Lage
GestaltungHolz, Metall, Platten, SteinPutz, Riemchen
Wandaufbaudicker (ca. 20–30 cm)ca. 16–22 cm
Rückbau / Recyclingsortenrein trennbaraufwändig

Rein wirtschaftlich gewinnt meist das WDVS. Die VHF lohnt sich, wenn Sie Wert auf eine sehr lange Lebensdauer, geringe Wartung und eine besondere Optik legen – oder wenn die Bestandswand feucht ist und von der aktiven Hinterlüftung profitiert. Algen und Risse, wie sie bei verputzten Dämmfassaden vorkommen, sind bei der VHF kaum ein Thema (mehr dazu im Ratgeber Algen und Risse an der Fassade). Die Kosten für ein WDVS finden Sie im Ratgeber Fassadendämmung Kosten.

Rechenbeispiel: Einfamilienhaus mit 150 m² Fassade

  • VHF mit Faserzementplatten: 150 m² × 185 €/m² = 27.750 €
  • BAFA-Zuschuss 15 %: –4.163 € → rund 23.600 € Eigenanteil
  • Zum Vergleich mit Holzlamellen (210 €/m²): 31.500 € – BAFA 15 %: –4.725 €. Mit iSFP zusätzlich 5 % auf die 1.500 € über 30.000 €: –75 €
  • Alternativ Steuerbonus 20 % (für Selbstnutzer): –5.550 € bzw. –6.300 € über drei Jahre

Das Beispiel zeigt: Bei Kosten unter 30.000 € bringt der iSFP seit der Reform vom 21.07.2026 keinen höheren Fördersatz mehr. Er erhöht aber die Obergrenze der förderfähigen Kosten von 30.000 auf 60.000 € pro Wohneinheit – wichtig, wenn Sie Fassade und Dach im selben Jahr sanieren.

Wie ist eine VHF aufgebaut?

Die VHF besteht aus vier Schichten, die voneinander getrennt sind:

  1. Bestandswand – bleibt unverändert, alter Putz muss in der Regel nicht entfernt werden
  2. Dämmung – meist Mineralwolle-Platten, zwischen den Haltern der Unterkonstruktion verlegt
  3. Hinterlüftungsebene – mindestens 2 cm Luftschicht, durch die Feuchtigkeit nach oben abzieht
  4. Bekleidung – die Außenhaut auf der Unterkonstruktion aus Holz oder Aluminium

Durch die Trennung von Wetterschutz und Dämmung bleibt die Dämmung trocken. Das ist der wichtigste bauphysikalische Vorteil gegenüber dem WDVS, bei dem Putz und Dämmung direkt verbunden sind.

Welche Förderung gibt es 2026 für die VHF?

Die BAFA fördert die VHF genauso wie jede andere Außenwanddämmung – das Bekleidungsmaterial spielt keine Rolle:

  • 15 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten, wenn die Außenwand danach einen U-Wert von höchstens 0,20 W/(m²K) erreicht
  • Förderfähige Kosten: bis 30.000 € pro Wohneinheit und Jahr, mit iSFP bis 60.000 €
  • iSFP-Bonus: +5 Prozentpunkte, aber nur auf den Kostenanteil über 30.000 €
  • Pflicht: Energieeffizienz-Experte und Antrag vor Auftragsvergabe
  • Alternative: Steuerbonus nach § 35c EStG mit 20 % über drei Jahre (nicht kombinierbar)

Förderfähig sind auch die Nebenarbeiten, die für die Dämmung nötig sind – etwa Gerüst, Fensterbänke, Laibungen und das Versetzen von Regenfallrohren. Die reine Bekleidung ohne Dämmung wird nicht gefördert. Wie der Antrag funktioniert, erklärt BAFA-Förderung beantragen.

Vor- und Nachteile der VHF

Vorteile

  • Aktive Feuchteabfuhr durch die Hinterlüftung, geringes Schimmel- und Algenrisiko
  • Sehr lange Lebensdauer und kaum Wartung
  • Große Gestaltungsfreiheit bei Material und Farbe
  • Montage weitgehend witterungsunabhängig, alte Fassade kann bleiben
  • Sortenreiner Rückbau, gut recyclebar

Nachteile

  • Deutlich höhere Investitionskosten als ein WDVS
  • Dickerer Wandaufbau – bei Grenzbebauung problematisch
  • Schwere Bekleidungen erfordern eine statische Prüfung der Bestandswand
  • Aufwändigere Fensteranschlüsse, ggf. Dachüberstand verlängern

Kommt drauf an

Lohnt sich das?

Rein wirtschaftlich ist ein WDVS günstiger. Die hinterlüftete Fassade lohnt sich, wenn Ihnen lange Lebensdauer, wenig Wartung und eine besondere Optik wichtig sind – oder wenn die Bestandswand feucht ist und von der Hinterlüftung profitiert.

Häufige Fragen zur vorgehängten hinterlüfteten Fassade

Was kostet eine vorgehängte hinterlüftete Fassade pro m²?

Inklusive Dämmung, Unterkonstruktion und Bekleidung 150 bis 500 Euro pro Quadratmeter. Faserzement liegt bei 150 bis 220 €/m², Holz bei 160 bis 260 €/m², Metall bei 200 bis 320 €/m².

Was kostet eine hinterlüftete Holzfassade?

Mit Dämmung meist 160 bis 260 Euro pro Quadratmeter, für ein Einfamilienhaus mit 150 m² Fassade also etwa 24.000 bis 39.000 Euro.

Ist eine VHF besser als ein WDVS?

Bauphysikalisch ja, weil die Hinterlüftung Feuchtigkeit aktiv abführt und die Lebensdauer mit 40 bis 60 Jahren höher ist. Wirtschaftlich ist das WDVS mit 120 bis 250 €/m² meist günstiger.

Wird eine VHF gefördert?

Ja, mit 15 % BAFA-Zuschuss, wenn der U-Wert der Außenwand höchstens 0,20 W/(m²K) beträgt. Der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten gilt seit dem 21.07.2026 nur für Kosten über 30.000 €.

Wie lange hält eine hinterlüftete Fassade?

In der Regel 40 bis 60 Jahre, bei Metall, Naturstein oder Keramik auch länger.

Wie dick ist eine VHF?

Mit Dämmung, Unterkonstruktion, Luftschicht und Bekleidung meist 20 bis 30 Zentimeter zusätzlich zur Bestandswand.

Quellen

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